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Diskurs

What does Justice look like? Eine Betrachtung aus völkerstrafrechtlicher Perspektive


17. Oktober 2025

Filmhaus Nürnberg

Internationales Nürnberger Filmfestival der Menschenrechte

Christoph Safferling, Astrid Walter, Mila Teshaieva and Marcus Lenz (von links nach rechts)

Am 17. Oktober 2025 beteiligte sich die Internationale Akademie Nürnberger Prinzipien mit einer Podiumsdiskussion über die aktuelle Bedeutung des Völkerstrafrechts am Nuremberg International Human Rights Film Festival 2025.

Im Anschluss an die Deutschlandpremiere von Splitter aus Licht (wildfilms 2025) nahmen die Regisseur:innen Mila Teshaieva und Marcus Lenz gemeinsam mit Professor Dr. Christoph Safferling, Direktor der Akademie an einer Podiumsdiskussion teil, die von Astrid Walter, Projektassistentin an der Akademie, moderiert wurde. Splitter aus Licht ist ein ukrainisch-deutscher Dokumentarfilm über die Menschen aus Butscha in der Zeit nach der gewaltvollen Besatzung durch russische Streitkräfte. Der Film wirft zahlreiche Fragen danach auf, welche Hoffnung die Überlebenden mit ihrer Forderung nach Gerechtigkeit verbinden, und welche Möglichkeiten das Völkerrecht bietet, um diesen gerecht zu werden. Die Diskussion beleuchtete den Film aus einer völkerstrafrechtlichen Perspektive.

Die Diskussion beleuchtete unter anderem die Rolle von Überlebenden und Zeug:innen in Strafverfahren, die Schwierigkeit, ihren Erwartungen nachzukommen, und die mitunter schwer zu akzeptierende Dauer von Strafverfahren. Das Gespräch betonte zudem die Notwendigkeit von internationalem und nationalem Strafrecht, sich gegenseitig zu ergänzen, um Täter:innen verschiedener Ebenen zur Verantwortung zu ziehen: von einfachen Soldaten, von denen die einzelnen Verbrechen unmittelbar begangen wurden, bis zu hochrangigen Offizier:innen, von denen die Gewaltverbrechen angeordnet und geduldet wurden. Die Diskustant:innen stellten auch die Grenzen des Völker(straf)rechts heraus, wenn die Verfahren in einem andauernden bewaffneten Konflikt stattfinden, und die verstärkt werden, wenn einige Staaten ihren völkerrechtlichen Verpflichtungen nicht nachkommen.

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion nahmen die Zuhörer:innen die Gelegenheit wahr, den Diskussionsteilnehmer:innen ihre Fragen über den Film und über die Möglichkeiten des Völkerrechts zu stellen. Die Fragen betrafen ein Strafverfahren, das im Film dargestellt wird, das vor einem ukrainischen Gericht in absentia geführt wird. Die Zuhörer:innen fragten danach, welchen Ausgang ein solches Verfahren haben kann, wenn die Angeklagten nicht anwesend sind, und was passieren würde, würde der Angeklagte in einem anderen europäischen Land aufgefunden. Weitere Fragen zielten auf die Immunität von Staatsoberhäuptern, möglichen Wegen, den russischen Präsidenten Vladimir Putin zur Rechenschaft zu ziehen, sowie das Sondertribunal für das Verbrechen der Aggression gegen die Ukraine, das derzeit vom Europarat eingerichtet wird.

Weitere Informationen finden Sie auch hier und im Festivalmagazin unten. (aw)

 

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