Direkt zur Hauptnavigation springen Direkt zum Inhalt springen
Diskurs

Teilnahme an argentinischem Symposium über das Vermächtnis Nürnbergs und den Prozess gegen die Juntas


22. Mai 2026

Ricardo Gil Lavedra und Kiran Menon stehen nebeneinander und blicken in die Kamera.

Die Akademie nahm am 21. und 22. Mai 2026 an einem internationalen Symposium in Tucumán, Argentinien, teil, das sich mit dem Vermächtnis der Nürnberger Prozesse und dem Prozess gegen die Militärjuntas von 1985 befasste. Der Referent Kiran Mohandas Menon hielt den Schlussvortrag der Konferenz, in dem er untersuchte, wie die durch die Nürnberger Prozesse geschaffenen Grundlagen und Prinzipien den inhaltlichen Diskurs und die Möglichkeiten des Völkerstrafrechts veränderten. Er betonte zudem, dass Rechtsverfahren mit Gedenkinitiativen und anderen Formen der Wiedergutmachung verbunden werden sollten und wies gleichzeitig auf die Notwendigkeit hin, wegweisende Prozesse aus der Perspektive der Überlebenden neu zu bewerten. Ricardo Gil Lavedra, der 1985 als Richter am Prozess gegen die Junta beteiligt war, erklärte, dass dieser Prozess im Wesentlichen die Prinzipien von Nürnberg bestätigte, obwohl sich die beiden Prozesse im Charakter unterschieden.

Das Symposium wurde von einem Konsortium von Partnern gemeinsam organisiert, darunter der Oberste Gerichtshof von Tucumán, die Nationale Universität von Tucumán, die Federación Argentina de la Magistratura y la Función Judicial (FAM) und die Deutsche Botschaft in Buenos Aires. Bei der feierlichen Eröffnung des Symposiums im San-Martín-Theater betonte S.E. Dieter Lamlé, der deutsche Botschafter in Argentinien, dass Nürnberg ein „Ausgangspunkt“ für Gesellschaften sei, sich mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen.

Herr Menon nahm darüber hinaus an Treffen mit führenden argentinischen Menschenrechtsorganisationen in Buenos Aires teil, darunter das Centro de Estudios Legales y Sociales (CELS) und Memoria Abierta. (km/em)