Am 30. Januar 2026 besuchte eine Gruppe von Studierenden der Neueste Geschichte der Universität Bayreuth in Begleitung von Professorin Dr Julia Eichenberg die Akademie. Die Delegation wurde von Projektassistent Dr Pablo Gavira Díaz begrüßt, der eine anschauliche Einführung in die Arbeit der Akademie sowie in deren historische und institutionelle Bezüge zu den Nürnberger Prozessen gab.
Im Rahmen des Programms stellte Philipp Graebke das Projekt Digital Nuremberg Military Tribunals (DigiNMT) vor, das unter der Leitung von Professor Dr Christoph Safferling, Direktor der Akademie, durchgeführt wird. In seinem Vortrag gab Herr Graebke einen detaillierten Überblick über den Hintergrund, die Entwicklung und die Bedeutung des Projekts und beleuchtete dabei sowohl zentrale Ergebnisse als auch die Herausforderungen, die mit der Digitalisierung von rund 2,5 Millionen Seiten Prozessakten verbunden sind.
Den Abschluss des Besuchs bildete eine Führung durch den Nürnberger Justizpalast, den ursprünglichen Schauplatz der Nürnberger Prozesse. Die Teilnehmer:innen besichtigten mehrere historisch bedeutsame Räume, darunter den Sitzungssaal 627, in dem Teile der Nürnberger Nachfolgendeprozesse stattfanden, sowie Raum 200, der zwischen 1945 und 1946 bzw. 1946 und 1949 als Büro der US-Chefankläger Robert H. Jackson und Telford Taylor diente. Darüber hinaus besuchte die Gruppe Räume, die einst von Lieselotte Balte, Francis Biddle und Dr Aline Chalufour genutzt wurden und heute durch Gedenktafeln an ihren Beitrag zum Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof erinnern. Diese immersive Erfahrung ermöglichte es den Teilnehmenden, sich unmittelbar mit dem greifbaren Erbe der internationalen Strafjustiz auseinanderzusetzen. (pg)
