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Die Akademie beteiligt sich am neuen Horizon-Europe-Projekt TRACE

Die Internationale Akademie Nürnberger Prinzipien freut sich, ihre Beteiligung am Forschungsprojekt TRACE (TRAcking and Countering Technology-Facilitated Gender-Based Violence through Evidence-based Approaches across the Conflict–Refuge Continuum in Europe) bekannt zu geben. Das neue Horizon-Europe-Projekt wird von der University of Birmingham koordiniert und vereint fünfzehn akademische Einrichtungen sowie zivilgesellschaftliche Organisationen aus Europa, Kanada, Irak und der Türkei. Das Projekt läuft vom 1. Oktober 2026 bis zum 29. September 2029 und wird mit rund 3,1 Millionen Euro gefördert.

Technologiegestützte geschlechtsspezifische Gewalt (technology-facilitated gender-based violence, TF-GBV) ist zu einem immer bedeutenderen Merkmal gegenwärtiger bewaffneter Konflikte und Fluchtsituationen geworden. Digitale Technologien werden genutzt, um sexuelle Ausbeutung, Online-Belästigung, Menschenhandel, Überwachung, Einschüchterung sowie die Verbreitung missbräuchlicher Inhalte zu ermöglichen. Die schädlichen Folgen bestehen oftmals noch lange fort, nachdem Betroffene aus Konfliktgebieten geflohen sind. Trotz der zunehmenden Verbreitung dieser Verbrechen gibt es bislang nur begrenzte systematische Erkenntnisse darüber, wie sich technologiegestützte geschlechtsspezifische Gewalt entlang des Kontinuums von bewaffneten Konflikten über Flucht bis hin zu Aufnahmeländern entwickelt.

TRACE schließt diese Forschungslücke, indem das Projekt erstmals eine umfassende empirische Grundlage zu technologiegestützter geschlechtsspezifischer Gewalt in Konflikt-, Transit- und Aufnahmekontexten schafft. Durch die Kombination computergestützter Analysen digitaler Spuren, opferzentrierter Forschung, juristischer Analysen sowie eines engen Austauschs mit politischen Entscheidungsträger:innen entwickelt TRACE neue Methoden, Typologien und praxisorientierte Handlungsempfehlungen, um Prävention, Rechenschaftspflicht und den Schutz von Betroffenen zu stärken. Die Projektergebnisse sollen Ermittlungsbehörden, Staatsanwaltschaften, humanitäre Organisationen, politische Entscheidungsträger:innen, Technologieunternehmen sowie zivilgesellschaftliche Organisationen dabei unterstützen, wirksamer auf technologiegestützte Formen geschlechtsspezifischer Gewalt zu reagieren.

Als Konsortialpartner wird die Akademie eine zentrale Rolle dabei übernehmen, die Forschungsergebnisse des Projekts in konkrete rechtliche und politische Handlungsempfehlungen zu überführen. Aufbauend auf ihrer Expertise im Bereich der internationalen Strafjustiz und der Menschenrechte wird die Akademie zur Entwicklung evidenzbasierter Politikempfehlungen, praktischer Leitlinien für Ermittlungen sowie weiterer Instrumente beitragen, um technologiegestützte geschlechtsspezifische Gewalt in konfliktbezogenen Kontexten wirksamer zu bekämpfen.

Darüber hinaus wird die Akademie die Kommunikations-, Disseminations- und Politikdialogaktivitäten des Projekts koordinieren und sicherstellen, dass die Projektergebnisse die relevanten internationalen Zielgruppen erreichen. Aufbauend auf ihrer langjährigen Erfahrung an der Schnittstelle von Forschung und Praxis wird die Akademie dazu beitragen, innovative wissenschaftliche Erkenntnisse in praxisnahe Handlungsempfehlungen zu übersetzen und so den Umgang mit technologiegestützter geschlechtsspezifischer Gewalt im Rahmen der internationalen Strafjustiz und verwandter Rechtsgebiete nachhaltig zu stärken.

Mit ihrer Beteiligung an TRACE bekräftigt die Akademie ihr Engagement für die Förderung der Rechenschaftspflicht für internationale Verbrechen, die Stärkung der Rechtsstaatlichkeit sowie die Entwicklung innovativer und evidenzbasierter Antworten auf neue Gewaltformen in einer zunehmend digitalisierten Welt. (pg)