Am 13. November 2025 hielt Professorin Oona A. Hathaway, Gerard C. and Bernice Latrobe Smith Professor of International Law an der Yale Law School und derzeit Fellow at the American Academy in Berlin, einen Vortrag mit dem Titel “War Unbound” in der Reihe “Nuremberg Academy Talks”. Dabei standen folgende Fragen im Fokus: Warum leiden und sterben so viele Zivilist:innen im Krieg, wie hat sich das humanitäre Völkerrecht entwickelt und was kann zukünftig getan werden? Das humanitäre Völkerrecht, auch bekannt als das Kriegsvölkerrecht, soll Zivilpersonen vor den schlimmsten Folgen von Kriegen bewahren. Das Ziel dieses Teilbereichs des Rechts war stets eindeutig: Zivilist:innen, die nicht an den Kampfhandlungen beteiligt sind, sollen vor Schaden geschützt werden und ungehinderten Zugang zu humanitärer Hilfe erhalten. In vielen aktuellen Konflikten – darunter der Israel-Hamas-Krieg, der Russland-Ukraine-Krieg und der Bürgerkrieg im Sudan – ist dieses Recht jedoch gescheitert. Die zunehmende Zahl von Kriegen innerhalb von Staaten sowie zwischen Staaten und nichtstaatlichen Beteiligten kennzeichnet eine neue Ära der Kriegsführung, die das Recht an seine Grenzen gebracht hat. In den vergangenen Jahren wurden Zehntausende Zivilist:innen zu Opfern von Gewalt im Krieg, was viele Beobachter:innen zweifeln lässt, ob das Recht überhaupt noch wirkungsvoll ist.
In ihrem Vortrag untersuchte Professorin Oona A. Hathaway diese Entwicklungen und erörterte, was – wenn überhaupt etwas – getan werden kann, um den Schutz der Zivilbevölkerung in Kriegszeiten wieder zu stärken. In der sich dann anschließenden lebhaften Diskussion standen folgende Themen im Fokus: globale Bemühungen zur Wahrung des humanitären Völkerrechts, die Schlüsselrolle von Staaten sowie die derzeitige Policy und jüngsten Aktivitäten der Vereinigten Staaten.
Die Veranstaltungsreihe „Nuremberg Academy Talks“ findet unter dem Vorsitz von Dr. Viviane Dittrich, stellvertretender Direktorin der Akademie, statt. (bk/vd)



